Klassische Homöopathie - Kleine Kügelchen, große Wirkung

von Alexander Riches

 

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Die Homöopathie kennen Menschen fast auf der ganzen Erde als eine sehr zuverlässige und sanfte Heilmethode für akute und chronische Erkrankungen, die sich seit über 200 Jahren bewährt hat. Wenn sie tatsächlich nur, wie aus schulmedizinischer Sicht oft behauptet, eine Placebo-Medizin wäre, so hätte sie sich nicht auch in der Säuglings-, Kleinkinder- und Tiermedizin sowie bei bewusstlosen Patienten durchsetzen können.

 

In meiner Praxis habe ich die wirkungsvolle Zuverlässigkeit der Mittel bei körperlichen wie seelischen Problemen immer wieder beobachten können:


Nach einer Verhebung konnte ein 37- jähriger Mann nachts vor Schmerzen im Rücken wenig Ruhe bekommen, da er sich nicht von einer Seite auf die andere drehen konnte, ohne sich vorher sich aufzusetzen zu müssen. Die Schmerzen waren bei jeder Bewegung sehr stark, besonders in den frühen Stunden ab 4 Uhr. Seltsamerweise sei es schlimmer, wenn er zu viel gegessen hätte und immer besser nach einem Stuhlgang. Nach wenigen Gaben Nuxvomica C6 wurde die Schmerzen zusehends besser, sodass er nach etwa einer Woche nachts wieder ruhig schlafen und tagsüber ohne Schmerzen seiner Arbeit nachgehen konnte.


Eine 76- jährige Dame hatte seit Jahren unerträgliche Schmerzen an ihrem Hacken beim Laufen auf gepflasterten Wegen und morgens nach dem Aufwachen. Sie erzählte beiläufig, sie sei als sehr kleines Kind eine Steintreppe hinunter gefallen und hätte sich am Fuß stark verletzt. Dieses alte Trauma wurde 3 Mal mit einer Hochpotenz (Arnica montana C200) behandelt. Die Schmerzen ließen deutlich nach und nach 6 Monaten waren sie verschwunden.


Bei Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen zeigt sich die Homöopathie immer wieder als eine sehr dauerhafte, schnelle und sanfte Methode. Erstaunlich ist oft, wie schnell z.B. den Kindern geholfen werden kann, die ihren Mitmenschen wehtun und die Umgebung zerstören.

Auch der Beginn einer Demenz kann mit homöopathischen Mitteln oft aufgehalten, bzw. behoben werden.


Samuel Hahnemann

Begründer der Homöopathie war der deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843). Er hatte große Probleme mit den Nebenwirkungen der schulmedizinischen Arzneien und sein Ziel war es, eine Medizin zu entwickeln, die keinerlei Giftwirkung hatte, aber dennoch Wirkung zeigte. So verdünnte er seine Mittel, kurze Zeit später verschüttelte er sie auch, weil er feststellte, dass er so eine noch größere Wirkung erreichen konnte. Im Laufe seiner Erfahrung bemerkte er, dass selbst ganz stark verdünnte und verschüttelte (potenzierte) Mittel erstaunliche Wirkungen zeigten, oft mehr, als die wenig potenzierten Arzneien. Er machte unzählige Versuche mit pflanzlichen, mineralischen und tierischen Substanzen und jede Reaktion am gesunden Menschen wurde als Symptom akribisch festgehalten.


Ähnlichkeitsprinzip

Nach dem Ähnlichkeitsprinzip sollen Krank-heiten durch Mittel geheilt werden, die bei einem Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen, wie sie bei dem Kranken beobachtet werden. Wenn man z.B. eine Zwiebel schält und schneidet, so weint man und die Augen brennen, jucken und stechen, die Nase rötet sich und es tut gut, wenn man an die frische Luft geht. In der Homöopathie wendet man daher die Zwiebel (Allium cepa) für gewisse Formen von Schnupfen oder Heuschnupfen an, die die gleichen Symptome aufweisen.Auch der Beginn einer Demenz kann mit homöopathischen Mitteln oft aufgehalten, bzw. behoben werden.


Anamnese

Die Homöopathie ist persönlichkeitsorientiert. Dort steht nicht die Krankheit im Mittelpunkt, sondern der Mensch als körperliches, seelisches, geistiges Ganzes. Will man tiefgründig heilen, so muss die ganze Konstitution des Menschen behandelt werden. Das setzt eine umfassende Erstanamnese (Krankengeschichte) voraus, um das spezifische Mittel zu finden: Seit wann besteht die Krankheit? Wo ist das Krankheitsgeschehen? Wie genau sieht es aus? Was verbessert/verschlechtert den Zustand? Der Homöopath will aber auch wissen, ob man z.B. seinen Tee lieber warm oder kalt trinkt.


In der Homöopathie gibt es nicht ein Mittel für eine Erkrankung, sondern es stehen viele zur Auswahl, weil das richtige Mittel zu der Konstitution „passen" muss. So gibt es für Verstopfung ca. 250 Mittel, von denen nur eins wirklich „passt".


Behandlung
Beim homöopathischen Therapeuten bekommt man meist ein paar Pillen aus Milchzucker, Globuli genannt, die mit einer homöopathischen Lösung behandelt worden sind. Es gibt auch Tabletten und alkoholische Lösungen.

Hahnemann benutzte die Medikamente fast immer als Einzelmittel und wartete, bis die Wirkung abgeschlossen war, bevor er die Gabe wiederholte, bzw. das Mittel änderte. Das Medikament sollte eine Reaktion im Kranken bewirken, damit dieser seine Erkrankung aus eigener Kraft überwinden kann. Besonders bei einem akuten Problem können die Beschwerden einfach verschwinden, aber es kommt auch vor, dass die Beschwerden anfangs erstmal deutlich schlechter werden. Dann spricht man von einer Erstreaktion oder Erstverschlimmerung. In diesem Falle sollte man das Mittel nicht mehr nehmen, bis die Verschlechterung abgeklungen ist. Die Erstreaktion ist ein sehr positives Zeichen, denn der Körper reagiert auf das Mittel. Jetzt ist Änderung, bzw. Heilung möglich.


Potenzierung
Allgemein wird angenommen, dass zunehmend verdünnte Substanzen eine immer schwächere Wirkung haben. In der Homöopathie ist das Gegenteil der Fall. Die Mittel sind nicht nur verdünnt, sondern auch verschüttelt (Potenzierung). Diese Potenzierung, auch Energetisierung oder Dynamisierung genannt, bewirkt eine Verstärkung der medizinischen Wirkung. Bisher ist es nicht gelungen dieses zu beweisen, aber jeder, der damit umgeht oder es erfahren hat, kann es bestätigen. Hahnemann selbst wendete nur C und Q (bzw. LM) Potenzen (Verdünnungen im Maßstab 1:100 bzw. 1:50.000) an. C Potenzierungen werden fast überall auf der Welt verwendet, während D Potenzen (1:10) fast nur in deutschsprachigen Ländern Verwendung finden.


Meiner Erfahrung nach sprechen besonders Kinder und alternde Menschen auf D Potenzen an. C Potenzen haben oft eine Erstreaktion zur Folge, weshalb Hahnemann gegen Ende seines Lebens die Q Potenzen schuf. Diese sind zugleich sanft, schnell und ohne erhebliche Erstverschlimmerungen, aber sie sind nicht so einfach für Patienten zu handhaben. Bei Allergikern ist die Q Potenzierung oft eine Erlösung, da die Menschen wenigstens nicht auf das Medikament allergisch reagieren.


Dosierung
Die Dosierung ist ein schwieriges Thema und wird verschiedentlich gehandhabt. Generell könnte man vielleicht sagen, dass niedrige Potenzen (D/C6) mehr die körperliche Ebene und hohe Potenzen (D/C30, 200 ) die energe-tisch/psychische Ebene ansprechen. Insgesamt kommt es weniger auf die Potenzierung an, sondern ob das Mittel spezifisch zur Erkrankung ‘passt’.


Wie werden die Mittel eingenommen?
Eine Dosis können 1-10 Globuli sein. Überdosieren können Sie nicht. Hat das Mittel zu einer Krankheitsbesserung oder Symptomverschlechterung geführt, wiederholen Sie die Dosis nicht, bis sich die ‘alten’ Symptome wieder zeigen, oder die Verschlimmerung abgeklungen ist. Bei Akutzuständen z.B. Schock, Herzanfall und anderen traumatischen Zuständen kann man das Mittel (z.B Arnica) alle 10 Minuten einnehmen, bis der Notarzt kommt.


Homöopathische Mittel wirken besonders gut, wenn der Mund frei von Fremdgeschmack ist. Das heisst, die Mittel bitte nicht unmittelbar nach dem Rauchen, Trinken, Zähneputzen und zu den Mahlzeiten einnehmen.


Fieber
Homöopathen haben immer gewusst: Fieber ist keine Krankheit, sondern dadurch setzt sich der Körper gegen Krankheiten zur Wehr. Heftiges, hohes, kurzes Fieber beim Kind ist meistens Zeichen einer guten Gesundheit.

Ein Kind entwickelt gegen Abend plötzlich hohes Fieber. Um 23 Uhr ist die Temperatur bei ca. 40°C. Das Kind fühlt sich richtig krank, der Kopf ist rot und heiss, es wirft sich hin und her, hat Kälteschauer, stöhnt und der Blick ist ängstlich. Es möchte nicht alleine sein, hat eine trockene Haut und ist sehr durstig. Am Nachmittag hatte es draußen, bei kaltem Wind gespielt. Aconit (Eisenhut) D6 wird in diesem Falle schnell helfen. Das Fieber sinkt meistens auf ca. 38,5°C und das Kind fängt an zu schwitzen. Mit Belladonna D6 kann jetzt das Fieber schnell überwunden werden.


Wichtig:
Nur ein erfahrener homöopathischer Therapeut sollte chronische Erkrankungen und Poten-zierungen über D8/C6 benutzen!

Im akuten Zustand können mehrere passende Mittel aufeinander folgen, während bei chronischen Erkrankungen nur ein spezifisches Mittel gefunden wird, das der gesamten Konstitution des Patienten entspricht.

 

Der Autor:tl_files/2011Q1/Artikelbilder/2011Q1-Art01.jpg
Alexander Riches
Heilpraktiker
Klassische Homöopathie, Schmerztherapie, Ohrakupunktur, Reflexzonenarbeit, Reikiausbildungen, Einführungsseminare zur Homöopathie.
Über 18-jährige Tätigkeit in der Homöopathie und in gesundheitsorientierter, ganzheitlicher Behandlung.
Praxis: Milchhofstr. 2, Emmendingen
Tel. 07641/96 76 177
www.naturheilpraxis-riches.de

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